Schilddrüse!!

Erkrankungen der Schildrüse beim Hund:

Die Schilddrüse liegt bei Hund und Katze im unteren Halsbereich und ist eine der

wichtigsten Hormondrüsen für den geordneten Stoffwechsel des Körpers. Sie kann

normalerweise nicht getastet werden. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Herstellung

der Hormone Thyroxin (=T4, 3, 5, 3´, 5´-Tetrajodthyronin) und Trijodthyronin (= T3).

Die Regelung der Hormonproduktion ist ein komplexes Geschehen und erfolgt

einerseits über das TSH (Schilddrüsen stimulierendes Hormon), das in der

Hirnanhangsdrüse gebildet wird, andererseits über die gebildeten Hormone und

drittens über die Jodaufnahme. Aufgrund der derzeitigen Fütterungsgewohnheiten

spielt der Jodmangel keine Rolle mehr. Rasse, Geschlecht, Alter, Ernährung und

andere Erkrankungen sowie Medikamente können den Schilddrüsenhormonhaushalt

beeinflussen.

So wie beim Menschen kann die Schilddrüse auch beim Tier erkranken.

Während beim Hund in den meisten Fällen eine Unterfunktion der Schilddrüse =

Hypothyreose auftritt,

Die Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen kann nur mit Hilfe einer

Laboruntersuchung des Blutes gestellt und gesichert werden – ein Schilddrüsenprofil (Hund: T4, freies T4, canines TSH, Cholesterin; )wird erstellt.

Wie beim Menschen wäre auch die Szintigraphie zur Untersuchung geeignet, doch

ist dies nur in speziell dafür ausgestatteten Kliniken möglich.

Unterfunktion der Schilddrüse

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann angeboren (ungenügende Ausbildung der

Schilddrüse oder der Hirnanhangsdrüse – selten bei Hund und Katze; Zwergwuchs)

oder erworben (Autoimmunerkrankung, Idiopathische Nekrose oder Tumor der

Schilddrüse oder der Hirnanhangsdrüse, Medikamente wie Phenylbutazon,

Phenobarbital, Salizylate u.a.) sein. In etwa 90 % der Fälle handelt es sich beim

Hund um eine Autoimmunkrankheit namens lymphozytäre Thyreoiditis und einer

anschließenden Atrophie (= Rückbildung) des Schilddrüsengewebes. Rassen wie

Beagle, Boxer und Golden Retriever sind häufiger betroffen. Der Verlauf ist chronisch. Symptome sind erst ab einem Zerfall von mehr als zwei

Drittel des Hormon produzierenden Gewebes zu erwarten.

Die Symptome sind sehr

unspezifisch: Leistungsschwäche, Wesensänderung, Gewichtszunahme, niedrige

Herzfrequenz, Fortpflanzungsstörungen, Fellveränderungen (Schuppen, trockenes

oder fettiges, stumpfes Haar, Haarausfall, Pusteln, Juckreiz), selten

Bewegungsstörungen oder Lahmheit durch Muskelschwäche oder nervale

Erkrankung (Megaösophagus, vestibuläres Syndrom, epileptiforme Anfälle, Taubheit)

und Augenerkrankungen, seltener Flüssigkeitsansammlung in der Unterhaut =

Ödeme.

Ähnliche Symptome kommen aber auch bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen

durch andere Ursachen vor. Manche Erkrankungen können das T4 senken, obwohl

die Schilddrüse primär gesund ist (z.B. Diabetes mellitus = Zuckerkrankheit,

Nebennierenunterfunktion = Morbus Addison, Leber- und/oder Nierenerkrankungen,

Unterernährung u.a.). Man spricht dann vom so genannten „euthyroid sick

syndrom“. Die Abklärung ist in vielen Fällen mit einer Reihe von

Zusatzuntersuchungen möglich, aber leider relativ kostenintensiv.

Die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion besteht in der Gabe einesSchilddrüsenhormon-Ersatzpräparates, das in den meisten Fällen lebenslang

gegeben werden muss. Regelmäßige Laborkontrollen sichern die ausreichende

Einstellung.Überfunktion der Schilddrüse

Obwohl diese Erkrankung erst 1979 in Amerika bei der Katze entdeckt wurde, tritt sie

inzwischen auch in Europa immer häufiger auf und ist eine der häufigsten

Erkrankungen älterer Katzen überhaupt. Die Ursache sind zu 98-99% gutartige

Schilddrüsentumore (Adenome), die zu einer Vergrößerung der Schilddrüse mit

vermehrter Hormonproduktion führen. Vor allem ältere, weibliche Katzen ab einem

Alter von 6 Jahren sind betroffen.

Bei Hunden ist diese Erkrankung selten und basiert meist auf einer Tumorerkrankung

der Schilddrüse.

Die Therapie kann mittels Tabletten durchgeführt werden. In ausgeprägten Fällen ist

eine chirurgische Entfernung der Schilddrüse und anschließender Ersatz der

Schilddrüsenhormone angezeigt, die jedoch einen hohen Aufwand mit häufigen

Blutuntersuchungen notwendig machen.

Quelle:Kleintierordination.com