Giardien!!

 

Giardien sind winzig kleine einzellige Parasiten, die im Dünndarm zahlreicher

Tierarten leben. Hat sich ein Lebewesen mit Giardien infiziert, spricht man

von einer Giardiose. Bei starkem Befall, wie er häufig bei Welpen und Junghunden sowie bei geschwächten

Tieren vorkommt, verursachen sie einen oft monatelang anhaltenden Durchfall. Dieser reagiert in der Regel kaum

oder gar nicht auf die üblichen Tierarzneimittel, Diäten und Futterumstellungen. Der Durchfall kann sich

zwischenzeitlich für einige Tage bessern, danach kommt es aber wieder zu einem Rückfall. Die Kotbeschaffenheit

variiert von wässrig mit Schleim- und/oder Blutbeimengungen bis pastenartig. Oft ist der Kot hell, übel riechend

und wird von stinkenden Blähungen begleitet. Auch Erbrechen, Abmagerung sowie Wachstums- und

Entwicklungsstörungen können durch die chronische Dünndarmentzündung und die damit verbundene schlechte

Nahrungsverwertung auftreten. Auffällig ist, dass der Appetit der erkrankten Tiere fast immer erhalten bleibt.

Insbesondere bei kohlenhydratreichem Futter verstärken sich jedoch die Durchfälle häufig. Dieser Umstand lässt

Hundehalter schnell an eine Futtermittelunverträglichkeit denken, woraufhin sie mehrmals ohne andauernden

Erfolg das Futter wechseln, bevor endlich tierärztlicher Rat in Anspruch genommen wird.

Bei den meisten erwachsenen Hunden, die ein intaktes

Immunsystem haben, verschwinden die Giardien nach kurzer

Zeit wieder von selbst. Die Hunde können allerdings unerkannt

Parasiten im Kot ausscheiden und somit eine Ansteckungsquelle

für andere darstellen. In Deutschland ist durchschnittlich jeder

vierte Hund mit den Darmparasiten infiziert. Besonders anfällig

zeigen sich Welpen und Junghunde: Hier sollen 70 Prozent der

Tiere betroffen sein. Auch die Haltungsform hat einen Einfluss

auf die Befallsraten. Werden viele Hunde gemeinsam gehalten,

wie zum Beispiel in Zwingeranlagen oder Tierheimen, steigt

das Ansteckungsrisiko, und beim Einschleppen einer Infektion

kann sich praktisch jedes Tier infizieren.

Massenvermehrung im Darm

Die Giardien haften mit Hilfe einer Art „Saugnapf“ an der Dünndarmschleimhaut und vermehren sich durch

Zweiteilung. Die Vermehrung ist rasant, innerhalb von fünf Stunden kann sich die Zahl der Giardien verdoppeln!

Vor der Ausscheidung mit dem Kot entwickeln sich die Parasiten in ein widerstandsfähiges Dauerstadium (Zyste),

indem sich der Parasit abkugelt und mit einer Hülle umgibt. Durch die Zystenbildung ist der Parasit in der Lage,

mehrere Wochen in der Umwelt infektiös zu bleiben. Bei kühlem und feuchtem Umgebungsklima können das

sogar einige Monate sein. So sind die Zysten eine dauerhafte Infektionsquelle, selbst für ihren Wirt.

Hunde infizieren sich durch Abschlucken von Zysten aus der Umgebung,

in unsauberen Ausläufen und Zwingern, auf Hundewiesen, in Pfützen und

stehenden Gewässern, die mit Hunde- und Katzenkot verunreinigt sind. Die

Infektionsgefahr ist sehr groß, da ein infizierter Hund etwa 100.000 Zysten

pro Gramm Kot ausscheidet und bereits 10 Zysten für eine Infektion ausreichend

sind. Bereits 4-14 Tage nach der Infektion scheiden die infizierten Hunde

selber die Giardienzysten mit dem Kot aus. Die Ausscheidung erfolgt über

einen Zeitraum von 4-5 Wochen, verlängert sich aber entsprechend, wenn

das Tier immer wieder Zysten aus der Umwelt aufnimmt.

Infektionsquelle Umwelt

Der Giardiennachweis erfolgt mit speziellen Untersuchungsmethoden im Kot. Der Erreger lässt sich sowohl

unter dem Mikroskop als auch im so genannten Antigentest erkennen. Da die Erreger aber nicht regelmäßig mit

dem Kot ausgeschieden werden, geben einzelne negative Untersuchungsergebnisse keine absolute Sicherheit.

Die Untersuchung sollten daher bei Verdacht wiederholt werden.

Quelle: Pedigree